Leitbild im Beruf: Für bessere zwischenmenschliche Beziehungen auf der Arbeit

Dieses Leitbild stammt aus Jacques Salomés Buch “Es wagen, glücklicher zu arbeiten“ (aus dem frz. “Oser travailler heureux”). Es hat keinerlei offiziellen Charakter und gehört auch nicht zu den internen Betriebsregeln. Dennoch erscheint es immer wieder an der einen oder anderen Stelle, wo Menschen arbeiten und beschlossen haben, ihre Arbeitszeit angenehm und im guten Einverständnis mit ihren Kollegen und Kolleginnen zu verbringen. Es beinhaltet folgende Punkte:

  1. Ich brauche Anerkennung für meine Arbeit, ganz gleich welchen Posten ich innehabe, wie lange ich schon dabei bin oder welches meine Aufgaben sind.
  2. Ich brauche ebenfalls Wertschätzung für das, was ich tue. Ja, ich brauche es, dass mir jemand von Zeit zu Zeit ein positives Feed back gibt, um mir zu helfen, an mich zu glauben und meine Möglichkeiten weiter zu entwickeln.
  3. Ich brauche es, regelmäßig informiert und um meine Meinung gebeten zu werden in Bezug auf alles, was die Entwicklung meiner Arbeit, meiner Stelle und meiner Verantwortungsbereiche betrifft.
  4. Ich brauche von meinen Vorgesetzten einen klaren, in sich schlüssigen und konstanten Rahmen für alles, was meine Aufgabenbereiche und Pflichten (mein Engagement für mein Team, das Unternehmen, die Gesellschaft, für die ich arbeite) betrifft.
  5. Ich brauche ebenfalls eine klar formulierte Stellungsnahme dazu, was meine Rechte auf meiner Arbeitsstelle sind (das Engagement des Unternehmens/der Gesellschaft mir als Arbeitsnehmer/in gegenüber). Ich möchte nicht Objekt von Stimmungsschwankungen und unkontrollierten Emotionsausbrüchen meiner Vorgesetzten und Arbeitskollegen sein, sobald es zu einem Missgeschick oder einem Missverständnis kommt.
  6. Ich brauche es, dass meine Sicht und meine Meinung angehört wird, auch wenn sie nicht immer berücksichtigt oder umgesetzt wird.
  7. Ich brauche die Möglichkeit, über die Ergebnisse und Umstände meiner Arbeit zu sprechen, um die verschiedenen Entwicklungsmöglichkeiten abschätzen zu können.
  8. Ich brauche Begeisterung für meine Arbeit, neue Ziele, Projekte und ebenfalls die Möglichkeit, Visionen von möglichen Änderungen zu entwickeln.
  9. Es ist mir wichtig, daran zu erinnern, dass ich jeden Tag acht oder mehr Stunden mit meiner Arbeit verbringe. Mit ist bewusst, wie wichtig es ist, dass diese Zeit eine gute Lebensqualität hat, denn sie beeinflusst meine gesamtes aktuelles Leben und meine zwischenmenschlichen Beziehungen

 

Wenn jeder hier aufgeführten Bedürfnisse gehört wird und ich sie an meiner Arbeitsstelle verwirklichen kann, können Sie sicher sein, dass ich bei meiner Arbeit mein Allerbestes geben werde.

Zu diesem Leitbild für bessere zwischenmenschliche Beziehungen auf der Arbeit gibt es auch ein

Gegenleitbild zwischenmenschlicher Beziehungen

- Wen ich keine Anerkennung erhalte,
- wenn ich mich kritisiert und verurteilt fühle,
- wenn meine Meinung nicht angehört wird,
- Wenn ich keine Rückmeldung, kein Feed back erhalte,
- wenn ich nur die Anordnungen anderer ausführe,
- wenn ich mich langweile,
- wenn ich mich selbst nicht achten kann ... wegen inkompetentem Verhalten meiner Vorgesetzten.

Bei solchen Arbeitsbedingungen werde ich zu einem passiven Angestellten, der nur Befehle ausführt und sich dabei dumm und manchmal auch idiotisch oder gar gemein verhält – auch wenn ich das nicht immer offen zeige…)

Jacques Salomé, in “Oser travailler heureux”, (aus dem frz. „Es wagen, glücklich zu arbeiten“) in Zusammenarbeit mit Christian Potié, Verlag Albin Michel, 2000, Seiten 196-197